Wo Werra sich und Fulda küssen...

...dort fehlen am ersten Maiwochenende auch die Paddler nicht. Und das in beachtlicher Zahl.

Bereits zum 43. mal wurde am 5. Mai die Wesermarathonfahrt veranstaltet. Ein Termin, den wir uns seit Jahren nicht entgehen lassen wollen. Eine Tour, die mit einigen Strapazen verbunden ist (recht weite Anfahrt, sehr frühes Aufstehen und das alles am Wochenende), aber die so einiges zu bieten hat.

Das Weserbergland, eine herrliche Landschaft, besonders im Frühjahr, wenn die Natur zum Leben erwacht, die malerischen Dörfer und Städtchen, ein wirklicher Augenschmaus. Eine Gelegenheit, altbekannte Paddelkameraden zu treffen oder neue kennenzulernen.

 

Bereits am frühen Samstagmorgen herrscht vor unserem Bootshaus in Volmerswerth ein reges Treiben. Boote werden auf den Bootshänger geladen und verzurrt, alles Nötige im Bus und PKW verstaut und ab geht es an die Weser. In unserer 14 Mann/Frau starken Truppe ist zum ersten Mal neben Erwachsenen ein Jugendlicher, Ole - ein Sprössling einer Düsseldorfer Paddlersippe. Die Tatsache freut uns besonders, da es recht schwierig ist, junge Paddler für eine längere Tour zu begeistern. Als Marathon-Vorfahrt paddeln wir die Werra. Dank der ausgetüftelten Logistik können wir verschiedene Abschnitte des Flusses genießen: von Bad Sooden bis Witzenhausen, von Witzenhausen bis Hann Münden oder einfach die ganze Strecke. Da an diesem Tag die Werraland-Rallye stattfindet, trifft man dort sehr viele Gleichgesinnte. Auch dort können wir feststellen, dass die Natur nach dem langen Winter einige Wochen verspätet ist. Die üblich für Anfang Mai grell-gelben Rapsfelder sind noch nicht ganz so weit. Die in Hülle und Fülle blühende Kirschbäume und diverse Sträucher verleihen der Luft einen süßlichen Duft. Sonne, eine leichte Brise inmitten so toller Umgebung, was braucht ein gemeiner Paddler mehr.

 

Bereits am Abend haben wir unsere Fahrzeuge zum Bronzeziel nach Beverungen gebracht und sind mit einem organisiertem Rückholservice in recht kurzen Zeit wieder nach Hann. Münden zurückgekehrt. In der Jugendherberge, die uns seit Jahren als sehr gastfreundliche Schlafstätte aufnimmt, wartet schon ein sehr leckeres und abwechslungsreiches Abendessen. Nach dem langen, erlebnisreichem Tag kann niemand über Appetitlosigkeit klagen. Auch in der Getränke-Auswahl bleiben keine Fragen offen.

 

Der nächste Tag beginnt sehr früh. Dank der Herbergsbesatzung können wie bereits ab 5:00 Uhr frühstücken. Ab 6.00 wird gestartet. Paddler, Ruderer, Canadierfahrer, alle möchten aufs Wasser. Der Morgen ist noch empfindlich frisch, die Nebelschwaden auf dem Wasser erzeugen eine ganz besondere Atmosphäre. Die Natur schläft aber nicht mehr, Vogelgezwitscher, Kuckucksrufe, Entengequake, Rufe der grasenden Kühe und Schafe mit Nachwuchs - eine tolle Begleitung. Nach recht kurzer Zeit verzieht sich auch der Nebel, von der Frühlingssonne erfolgreich vertrieben. Spätestens jetzt wissen wir, warum wir alle die Strapazen auf uns nehmen. Das besondere Gefühl kann man schwer beschreiben, man muss es erleben. Die mindestens 53 Km, die wir paddeln sind alles andere als langweilig. Zwischendurch mal eine Pause, ein freundliches Gespräch oder mindestens ein Ahoi-Gruß an die Mitpaddler. Manche von uns, darunter auch unser Jugendlicher, fahren die Silberstrecke bis Holzminden-80 km. Eine super Leistung für unseren jungen Kameraden. Wir wünschen, dass er auch andere Jugendliche mit dem Wesermarathonvirus infizieren kann. Wir sind es schon seit Jahren, und das ist ein tolles Gefühl.

 

 

 

Text: Edward H.

Bilder: Edward H. und Anja St.

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