Anatidaephobie

Der gemeine Weiße Schwan zählt zu der Gattung der Entenvögel. Das diesjährige Osterwochenende zählt zu den Ereignissen, die dazu geeignet sind, entsprechende Ängste zu entwickeln.

 

Unsere Osterfahrt führte jedenfalls elf unerschrockene Kanuten der Gattung Wanderfahrer nach Poupehan in Belgien. Unser Campingplatz lag direkt am Ufer der Semois über die Gilbert Haesendonck in seinem "Flußführer der Ardennen" schreibt: "Mögen des Schöpfers gewölbte Hände noch lange über dieses wunderbare Tal wachen!"

 

Am Freitag setzten wir in Boullion unterhalb der mächtigen Burg ein, die wir auch noch besichtigt haben (sehr zu empfehlen), und paddelten durch ein nahezu unberührtes Tal bis zum Campingplatz.

 

Den Tag darauf ging es vom Campingplatz bis nach Alle. Der dortige Ausstieg bietet neben der wahrscheinlich einzigen Wildwasserstelle auf der Semois auch einen streitsuchenden Kanuvermieter, der aussteigende Paddler mit Booten bewirft. Wir sind erstaunlicherweise sehr ruhig geblieben. Nehmen wir mal zu seinen Gunsten an, dass er nicht den allerbesten Tag erwischt hatte.

 

Diejenigen von uns, die sich einer frühen Geburt erfreuen, sind bereits einen Tag vorher angereist und paddelten zur Erkundung bereits am Donnerstag unsere Freitagsstrecke. Für die Statistik: Am ersten und zweiten Tag jeweils 16 und am dritten Tag 12 Kilometer.

Nachdem Gabi am Donnerstag der Hof von einer frisch verliebten Gans gemacht wurde, war die wirkliche Herausforderung allerdings die Heerscharen an Schwänen. Noch lustig war die Gruppe von sechs Jungschwänen, die vor uns das Weite suchte. Auch die Schwanenpaare, die entweder mit sich selbst oder dem Nestbau beschäftigt waren, plusterten sich kurz auf, verloren dann aber schnell jegliches Interesse an der bunten Kolonne auf dem Wasser.

 

Aber dieser eine, der Hartnäckige, der Hinterherschwimmer, der Ichstartejetztdurchundkriegeuchalle, der Ichbeißmalvorsichtshalberindasboot, der Selbstwennnilsmiraufdenkopfhaut, der war heftig. Und da war sie: Die Anatidaephobie (@Bucki: Wir verstehen Dich jetzt). Wäre ich allein gewesen, hätte ich ihn umtragen. So wie den, damals auf der Erft. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

 

Text: Thomas J.

Bilder: Thomas J., Anette C., Peter B.

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