Hamburg bei Schietwetter

Die Idee zur Teilnahme an der 6. Erkundungsfahrt am  09.09.2017 hatte Johannes, der auch alles weitere in die Wege leitete. Hamburg vom Wasser aus entdecken und das Weltkulturerbe erleben, das wollten auch fünf weitere FWF-ler.

Nach 6-stündiger duldsam ertragener, teilweise regenreicher Autofahrt am Freitagnachmittag konnten Edward, Johannes und Erika ihre Zelte auf dem Gelände der Niederdeutschen Wanderpaddler (NW) noch im Hellen und Trockenen aufbauen, für Andrea und Norbert gab es einen Stellplatz auf der Anliegerstraße und Karin N. übernachtete bei ihrer in Hamburg wohnenden Tochter.

Das NW-Vereinsgelände liegt am Kaltehofe Deich direkt hinter dem gigantischen Hochwasser-Sperrwerk, bestehend aus 2 Sperrwerkslinien mit je 4 Klappen (30 - 35 Meter breit und 13 Meter hoch), die Schutz vor Sturmfluten bis zu 8,2 m über NN bieten.

Von hier starteten wir am Samstag gegen 10 Uhr mit ablaufendem Wasser zur großen Rundfahrt. 

Bevor es jedoch richtig losging, informierte der Veranstalter die ca. 80 Teilnehmer über Besonderheiten und Befahrungsregeln der Tour. 

Hinter der Tiefstackschleuse  präsentierten sich uns auf der unteren Bille zunächst grüne Ufer und idyllisch gelegene Kleingärten, später entlang der alten Kanäle ein Mix aus roten und grauen Industriegebäuden,  modernen Wohnhäusern und modisch-stillosen Hausbooten. 

Nach der Pausenstelle beim  Verein "Biller Wassersport Schwalbe" –  es regnete zwischenzeitlich  in Strömen  – paddelten wir fröstelnd weiter, über die Brandshofer Schleuse zum Oberhafen. 

Bei immer noch ablaufendem Wasser passierten wir die gläsernen  Gebäude des „Spiegels“, das Deichtor-Center mit dem ZDF-Landesstudio sowie im Zollhafen die Backsteingebäude der Speicherstadt.

Im Binnenhafen angekommen ging es im kabbeligen Wasser vorbei an der Kehrwiederspitze und bei der Elbphilharmonie bogen wir dann ab in den Sandtor- und Traditionsschiffhafen. 

Immer rechtshaltend fuhren wir bis zu den Magellan-Terrassen und vom dortigen Hafenende wieder zurück,  diesmal dicht vorbei an Hamburgs ältester Kaimauer und teilweise unterhalb der neuen architektonisch geprägten Gebäuden der Hafen-City. Beim Verlassen des Sandtorhafens erhaschten wir einen letzten Blick auf die Elbphilharmonie  bevor wir ins Kehrwiederfleet einbogen…

…und die seit 2015 zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Lagerhäuser der Speicherstadt bewunderten. Vom Brooktorhafen ging es dann direkt zur Norderelbe und über den Hauptstrom mit auflaufendem Wasser zurück zum Bootshaus.

Nach ca. 5,5 Stunden und 23 Paddelkilometer blickten wir zurück auf eine Tour voller Gegensätze: Ebbe und Flut, Naturparadiese und Industriebrachen, Rotklinkenbauten und Glasfassaden, eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe – modern, alt, idyllisch, weltstädtisch, eine Tour  mit vielen Gesichtern.

Mit dem Auto fuhren wir am Abend in das lebendige Viertel St. Georg, bekannt durch das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen.  Aus der Vielfalt der Restaurants wählten wir das indische „Singh“, in dem wir den Tag in angenehmer Atmosphäre ausklingen ließen. Am Bootshaus wieder angekommen, konnten wir in der Ferne noch die letzten Feuerwerke bewundern, mit denen die großen Kreuzfahrtschiffe der Hamburger Cruise Days Parade beim Auslaufen verabschiedet wurden.

Am Sonntagvormittag beim kleinen Stadtbummel zur Elbphilharmonie-Plaza und entlang den St. Pauli Landungsbrücken –  diesmal  zu Fuß – zeigte sich Hamburg doch noch von der sonnigen Seite. 

 

 

Text: Erika B.

Bilder: Erika B. und Johannes M.

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